Alice Springs

Unsere Australienreise starteten wir in Alice Springs – wir flogen von Bangkok nach Sydney und dann weiter nach Alice Springs. Schon in Sydney, unserem Stopover, begrüßten uns die Australier mehr als freundlich – unglaublich wie nett die Menschen dort sind – wir fühlten uns sofort wie zu Hause in Australien. In Alice Springs am Flughafen angekommen holten wir uns das in Österreich schon vorab gebuchte Mietauto – und zu unserem Glück bekamen wir ein Upgrade und durften somit auch auf nicht asphaltierten Straßen im Outback fahren (dazu lest ihr später noch mehr).

Glücklich über das größere Auto, knobelten wir noch am Parkplatz aus, wer sich als erstes in den Linksverkehr stürzen darf. Gewonnen habe ich (Eva) – voller Freude ins Auto eingestiegen, bemerkten wir, dass es nicht so wie in Österreich von den Pedalen her war – ihr vermutet schon richtig, es war ein Automatikbetriebenes Auto. Tja, leider fehlte uns ein wenig der Background zum Gebrauch dieses Autos – wir wussten nur noch ein paar Brocken aus der Fahrschulzeit und das war es auch schon. Die Schaltung hatten wir schnell begriffen – erklärt sich praktisch von selbst. Jedoch bedienten wir die Pedale fleißig mit beiden Füßen (links die Bremse und rechts das Gas) – es gab jede Menge Notbremsungen am Anfang. Gut das wir einige Schutzengel dabei hatten und die Australier auf Touristische Autofahrer eingestimmt sind. Die Anfangsfahrten kosteten uns jede Menge Nerven. Es dauerte nicht lange und dann fiel uns ein, dass man den linken Fuß ruhen lassen soll und nur den rechten für beides benutzt – ab da fuhren wir sicher im Verkehr – nur ab und an, wenn sich die Routine einschlich, verwechselten wir den Scheibenwischer mit dem Blinker, aber das war’s dann auch schon ;-)

 

Wir verbrachten 1 Nacht in Alice Springs – an diesem Tag ruhten wir uns von den Strapazen der langen Anreise aus und waren ein wenig einkaufen im K-Mart und Target (dort gibt es billige Kleidung zu kaufen, wirklich billig, also perfekt für Low Budget Backpacker). Unsere Klamotten hatten ja schon einiges durchgemacht in Südostasien und mussten durch ein paar neue ersetzt werden. Zudem brauchten wir eine kleine Anfangsausrüstung für die Birgit, weil deren Rucksack nicht ankam - typisch für uns. Am nächsten Tag schnappten wir dann Birgit’s Rucksack vom Flughafen und düsten Richtung Outback. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen was für ein Freiheitsgefühl das für uns war. Mitten im nirgendwo auf verlassener Straße mit einer tollen Naturkulisse links und rechts von uns. Passend zur Weihnachtszeit lief während der Fahrt Weihnachtsmusik bei uns im Auto. Wir fuhren über den Stuart Highway auf den Lasseter Highway Richtung Uluru – kurz davor gab es dann eine Campingstelle wo wir unser Zelt aufgeschlagen haben. Der Zeltplatz kostete uns mit Strom 44 AUD für beide – nicht gerade billig, aber wir hatten einen Pool dabei und konnten alle technischen Geräte für den nächsten Tag laden.

Die Fahrt dauerte ~ 5 Stunden (mit Pausen zum Stärken und Fotos knipsen). Die lange gerade Strecke macht schon müde beim Autofahren – auch wenn Weihnachtsmusik "driving home for christmas" im Hintergrund läuft. Auf der Strecke blieben wir bei einer Kamelfarm stehen – jedoch schauten diese Kamele nicht wirklich glücklich für uns aus.

In der Nähe des Uluru ist ein weiterer Campingplatz - Yulara Resort - dort befindet sich auch ein Informationscenter wo wir die "Field of Lights Tour" buchten – da hatten wir Glück das diese Ausstellung gerade zu der Zeit beim Ayers Rock war, wo wir unsere Weltreise machten. Wir wurden von einem Bus beim Campingplatz abgeholt und sicher zum Field of Lights gebracht (nach Einbruch der Dunkelheit soll man ja nicht mehr fahren, weil es zu gefährlich ist wegen der Kängurus auf den Straßen). Dort durften wir das Lichtermeer für eine Stunde genießen – dabei kann man zwischen den Lichtern spazieren gehen – atemberaubend schön vor dem Uluru mit den Solarlichtern.


Am nächsten Tag brachen wir dann kurz vor 5 Uhr morgens auf um den Sonnenaufgang beim Uluru zu sehen – ja, ihr denkt richtig mit, wir sind in der Dunkelheit gefahren. Wir haben jedoch extra gefragt, ob wir dürfen und da der Campingplatz in unmittelbarer Nähe des Uluru ist, hieß es ja, wenn wir vorsichtig fahren – machen einfach alle so. Der Eintritt kostete 25 AUD/Person und ist sogar ein 3 Tages Pass. Man kann ja mehr in dem Kata Tjuta Nationalpark sehen als den Uluru. Da wir uns nicht gemerkt haben, wo die beste Sonnenaufgangsstelle ist, fuhren wir einfach dem Auto vor uns nach – und wie immer typisch für uns, fuhr dieses Auto natürlich nicht dort hin, wo wir hin wollten. Nachdem der Uluru immer kleiner wurde im Rückspiegel, beschlossen wir umzukehren und fanden kurz vor Sonnenaufgang (die genaue Zeit ist sogar beim Ticketschalter angegeben) den richtigen Platz – Talinguru Nyakunytjaku – gar nicht so einfach zu merken, oder?

Und dann war es soweit - unglaublich wenn man dann am anderen Ende der Welt endlich vom Ayers Rock steht – der Uluru spiegelte sich in den Farben des Sonnenaufgangs und wir waren überglücklich das erleben zu dürfen. Nur wurden wir von den Buschfliegen ziemlich gestört – die setzen sich nämlich hartnäckig überall in deinem Gesicht hin und lassen sich auch nur schwer verjagen – ein Hut mit Netz ist also wirklich zu empfehlen, auch wenn man damit etwas merkwürdig aussieht. Wir konnten uns nicht vorstellen, dass sie wirklich so lästig sind. Nach diesem Naturschauspiel packten wir dann unser Frühstück aus und genossen beim Uluru unsere Jause.

Das Leben kann so schön sein!

Danach ging es weiter Richtung Ayers Rock – wir wollten ihn ja nicht nur sehen, sondern auch ein wenig kennenlernen. Praktischerweise gibt es dafür sogar gratis Touren mit einem Ranger, welche um 8 Uhr startete, direkt vorm Uluru. Dabei wird einem die Geschichte des heiligen Berges erzählt und geht in einer Runde zu den wichtigsten Punkte beim Uluru. Wir brauchten ca. 50 Min. für diese kleine Runde – zurückgehen kann man dann alleine und noch einmal den Anblick in Ruhe genießen. Es gibt mehrere Touren um den Uluru – aber da es im Outback wirklich sehr heiß wird ~ 40°C und die Hitze mehr als trocken und beißend ist, sollte man gut ausgerüstet dafür sein. Man wird auch immer wieder darauf aufmerksam gemacht und bekommt Flyer zur Ausrüstung für diesen Park – Safety First.

 

Nach der Erkundung des Uluru schauten wir noch zum Informationscenter – da erfährt man mehr zur Geschichte und der Kultur. Dieses Gelände hat einfach etwas mystisches und dieses Gefühl werden wir nie vergessen. Das Gelände vom Kata Tjuta National Park ist riesengroß und da wir beide ein wenig Kopfweh von der Hitze hatten, beschlossen wir uns von dem Park zu verabschieden und Richtung Kings Canyon aufzubrechen – man muss ja auch immer an die Dunkelheit und die Kängurus denken. Der Weg führte wieder am Lasseter Highway, Richtung Luritja Road und weiter an den Wegweisungen vom Kings Canyon vorbei. Auch dort gibt es wieder direkt in der Nähe einen Campingplatz - 40 AUD für beide, ohne Strom. Das Kings Canyon Resort hatte auch wieder einen kleinen Pool dabei und am Abend kann man dort sogar den Sonnenuntergang an einem schönen Platz genießen.

 


Die Kings Canyon Tour wird mit 3-4 Stunden beschrieben – 6 km gesamt mit einem steilen Aufstieg gleich am Anfang. Bei der Rezeption des Zeltplatzes wird einem empfohlen, diese Tour gleich morgens um 6 Uhr zu beginnen um die Mittagshitze zu umgehen. Da am Canyon oben die Temperaturen um ca. 2 °C mehr betragen und die Sonne noch aggressiver ist als im Tal. Wir schauten natürlich das wir noch früher dort waren, da wir die Tour in Ruhe gehen und genug Zeit zum Fotos machen haben wollten.

Der Kings Canyon ist toll zu begehen – man geht in der Nähe der Schluchten, der Weg ist einwandfrei beschrieben (wir gingen also nicht verloren) und wenn man in der Früh startet, hat man wirklich genug Zeit die Torturen der Hitze zu entgehen. Zu unserem Glück war der Himmel immer wieder leicht bewölkt und das machte die Tour einfach zu bewältigen. Wir können jedem empfehlen, wer einmal im Outback ist, diesen Rundgang (Kings Canyon Walk) ebenfalls zu machen, weil es traumhaft ist dort sein zu dürfen. Wir hatten zahlreiche „Wow-Momente“. Nach der Tour kann man seine Fotos auch sofort hochladen – da am Beginn des Rundganges ein free Wifi Point ist – wir konnten es auch kaum glauben, im Outback "free Wifi" ;-)

Natürlich kauften wir uns erst vor Ort einen Hut um unseren Kopf vor der Hitze zu schützen - an manches denken wir oft zu spät ;-) Dieses Schmuckstück war gar nicht so einfach zu bekommen.

Nach der Tour machten wir uns auf den Heimweg Richtung Alice Springs. Zudem ging am nächsten Tag unser Flug nach Cairns. Dachten wir – da wir schon so im Weltreise Modus waren und kein Gefühl mehr für Wochentage oder ähnliches hatten, hatten wir den Tag verwechselt und kamen im Hostel drauf, dass wir noch einen Tag länger hatten bis zum Abflug. Den gewonnenen Tag nutzten wir zum Relaxen am Pool und für Fotos und Blog hochladen. Am Heimweg vom Outback probierten wir eine nicht asphaltierte Straße (Ernest Giles Road) aus – da es hieß, so sind wir schneller. Wenn man schon ein passendes Auto zum Probieren dieser Straße hat – muss man diese auch nützen. Die Einheimischen wiesen uns darauf hin, dass die Straße sehr schmutzig und holprig und nur mit einem Allrad zu befahren ist. Und wir können sagen, sie ist wirklich schmutzig und holprig – aber ist schon witzig auf so einer Straße einmal gefahren zu sein. Die Straße ist ca. 98 km lang und durch unser langsames Tempo haben wir bestimmt keine Zeit gewonnen durch diese Abkürzung, aber es hat Spaß gemacht im Auto durchgerüttelt zu werden. Am nächsten Tag spritzten wir unser Mietauto noch ein wenig ab und saugten es raus – da der Outbackstaub einfach überall war und machten uns voller Vorfreude Richtung Flughafen auf. Cairns wir kommen!!!

 


Dezember, 2016

The Austrian Girls, Eve & Bibi

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