Ostküste

Von Alice Springs nach Cairns ging es wie immer mit dem bereits im Voraus gebuchten Flug. Dieser dauerte ca. 3 Stunden und es hat alles wie am Schnürchen geklappt. Am Flughafen haben wir uns dann auch gleich unser süßes Auto, einen Blitzblauen Fiat 500, abgeholt. Bevor ich aber von unseren wunderbaren Erlebnissen die Ostküste runter erzähle, ganz kurz zu unserer Route:

 

  • Cairns --> Townsville
    • Zwischenstopp: Cardwell, ein traumhafter Stopp zum Mittag essen, mit einer Küste wie im Film
  • Townsville --> Arlie Beach
  • Arlie Beach --> Brisbane
    • Zwischenstopp: Coolum beach
  • Brisbane --> Byron Bay
  • Byron Bay --> Sydney
    • Zwischenstopps: Coffs Harbour, Port Macquire,    Nimbin

 

 

 

 

Nun zum Wesentlichen......

 

In Cairns gibt es Bäume mit hunderten von Fledermäusen als Bewohner. Gerade als wir die Stadt etwas erkundeten, zeigten freiwillige Helfer, kleine gerettete Fledermäuse die vom Baum fielen oder ähnliches und erklärten ihre Arbeit. Diese Helfer kennen sich sehr gut aus mit ihrer Tat und können den Tieren durch freiwillige Spenden helfen.

Wir haben natürlich auch einen Ausflug zum Great Barrier Reef gebucht. Wir kamen sehr spät abends in unserer Unterkunft an und konnten dadurch an diesem Tag keinen Trip mehr buchen, aber glücklicherweise am nächsten Morgen dann. Dort bekamen wir auch etwas Rabatt….war trotzdem noch sehr teuer, wie alles in Australien - aber es lohnt sich auf alle Fälle.

Das Problem war nur, dass uns der Angestellte sagte, wenn wir für den nächsten Tag einen Ausflug buchen wollen, sollten wir spätestens um 7 Uhr zur Rezeption kommen um noch einen Platz auf der jeweiligen Tour zu ergattern. Gesagt, getan - Wecker gestellt, rechtzeitig aufgestanden…..zumindest dachten WIR das! Unser Handy hat sich nicht an die richtige Zeitzone angepasst und somit waren wir eine halbe Stunde zu spät dran. Das ist schon was mit den unterschiedlichen Zeitzonen in Australien. Dadurch blieb uns nur ein Halbtages Ausflug auf einem Speedboot (was uns persönlich nicht so zusagte).

Mittags machten wir uns dann zu Fuß auf den Weg zum Hafen, von wo aus es zum Great Barrier Reef ging. Mitten im Meer angekommen, zogen wir alle unseren sexy Stingersuit samt Flossen, Taucherbrille und Schnorchel an und los ging es. Organisiert war alles sehr professionell. Wir wurden in 2 Gruppen aufgeteilt mit jeweils einer erfahrenen "Schnorchlerin" vom Bootsteam, die uns interessantes über die Meereswelt erzählte und half schöne Fische, Schildkröten und besondere Korallen zu finden.

Das Great Barrier Reef war für uns ein Traum, es ist unglaublich schön. Auch das Team war sehr nett. Der Ausflug an sich war für uns jedoch nicht so passend. Wir wollten einfach nicht in einem geschlossenen Speedboot fahren, ohne die Umgebung genießen zu können bzw. während der Fahrt einmal aufstehen zu dürfen. Aber wie ihr weiter unten lesen werdet, bekamen wir noch unseren Traum Ausflug.

 

Townsville war unser nächster Stopp - allerdings nur für eine Nacht um nicht 8 Stunden durchfahren zu müssen bis zu unserem nächsten Halt Airlie Beach. Die Stadt selber ist sehr schön, aber es reicht für einen Zwischenstopp, da es eine sehr kleine ist.

 

Endlich in Airlie Beach angelangt, waren wir total überwältigt. Traumhafter Küstenort, türkisblaues Meer, weißer Sandstrand, sehr nette, chillige Leute, Palmen, Party, ….

Der einzige Nachteil - es gibt nur einen kleinen, mit einem Netz abgeschirmten Meeresabschnitt wo man baden kann. Dieser wird mehrmals täglich gereinigt, da es in dieser Region - wie in vielen Gegenden Australiens - sehr gefährliche Quallen gibt.

 

Für den nächsten Tag haben wir dann unseren Traumausflug gebucht, eine Segeltour zum Whitehaven Beach. Ja, klingt kitschig, aber es war einer unser besten Tage ever. Und es war wirklich wunderbar für uns, obwohl das Segeln mangels Wind leider nicht so klappte. Morgens gab es Tee, Kaffee und einen kleinen Snack, mittags einen Wrap und Quiche und nachmittags gab es dann reichlich leckeres, frisches Obst.

 

Das einzige was wir etwas bemängeln, wir hatten für den Whitehaven Beach zum Erkunden und genießen nur 1,5 Stunden Zeit. Das war für uns Fotofanatiker natürlich viel zu wenig. Vom wunderschönen Aussichtspunkt aus knipsten wir viel zu viele Fotos, dass wir danach kaum noch Zeit hatten um den Strand in vollen Zügen auszukosten und schwimmen zu gehen…..wobei wir es sowieso kaum wagten, trotz Stingersuit, weil unsere Fußsohlen nicht bedeckt waren :-)

 

Nach diesem wunderschönen Strandaufenthalt ging es mit dem Boot weiter zum Schnorcheln. Auch hier war das Korallenriff sehr beeindruckend, leider sah man aber nicht so viel wie in Cairns beim Great Barrier Reef, weil das Wasser etwas trüb war.

Von Airlie Beach nach Brisbane sind wir dann zügig durchgefahren. Wir machten aber mehrere Zwischenstopps um unserem Hinterteil eine Pause zu gönnen. Ein empfehlenswerter war Coolum Beach, ebenfalls ein schöner Küstenort, aber sehr windig und kühl - somit aber gut geeignet zum Surfen.

 

In Brisbane angelangt blieben wir eine Nacht in einem Hostel, von wo aus wir einen großen Abendspaziergang in der Stadt machten - mit ganz vielen Brückenbesichtigungen ;-) 

  • Story Bridge, diese wechselt die Farben, je nach Veranstaltung.
  • Kurilpa Bridge, eine reine Fußgänger- und Fahrradbrücke
  • Goodwill Bridge

Und zufällig, als wir auf einer Brücke gerade am Heimweg waren, startete mitten am Fluss ein Feuerwerk – ein genialer Tagesabschluss für uns.

 

 

Am nächsten Tag wollten wir nach Byron Bay fahren, mit einer kleinen Abzweigung zum Lone Pine Koala Sanctuary. Zwar ein Zoo, aber die Tiere können weitgehend frei herum laufen und obwohl man Fotos mit den Koalas machen kann, wird darauf geachtet dass sie ihre Ruhezeiten haben. Alles in allem geht es den Tieren dort wirklich gut….sonst wäre Eva als Vegetarierin und Tierschützerin nicht rein gegangen.

So hatten wir die Möglichkeit einmal Kängurus zu streicheln und sogar Selfies mit

ihnen zu machen. Auch konnten wir vielen Koalas beim Schlafen zusehen – was ja ihre Hauptbeschäftigung ist. Zudem sahen wir eine Raubtier Flugshow und beobachteten wie ein Hirtenhund seine Herde zusammen hält oder zu einem bestimmten Punkt treibt den der Schafhirte vorgibt.

Unsere Route führte uns weiter nach Byron Bay, wo wir unbedingt Weihnachten feiern wollten. Leider wussten wir vorher nicht ob wir es bis Weihnachten dort hin schaffen aufgrund unserer knapp bemessenen Zeit und konnten somit auch keine Unterkunft im Voraus buchen. Tja, zu Weihnachten schwierig wie ihr euch vorstellen könnt. Auf Hostelworld, Agoda, Trivago,…. war alles ausgebucht, bzw. waren die Preise 200€/Nacht und aufwärts. Abends vor Weihnachten angekommen, fragten wir sofort in einem Reisebüro um Rat (vermutlich waren die Angestellten selbst Backpacker) und die meinten wir sollen es bei den Hostels direkt versuchen, die hätten manchmal noch Kontingent obwohl sie online bereits ausgebucht scheinen. Also fuhren wir am nächsten Tag die uns empfohlenen Unterkünfte ab. Die letzte war dann auch die Günstigste – wobei natürlich nicht wirklich "billig" zur Weihnachtszeit. Weihnachten selber war dort, wie man sich vorstellen kann, etwas ganz anderes als zu Hause in Österreich. In den Geschäften war es zwar auch weihnachtlich dekoriert und sie spielten Weihnachtslieder im Radio, aber bei 35°C Außentemperatur ist die Stimmung natürlich ganz anders....

Am 24.igsten selber, also Heiligabend für uns, wünschte man sich zwar frohe Weihnachten aber recht viel mehr war es dann auch nicht. Wir haben das gratis Dinner vom Hostel genutzt und hätten uns als Nachspeise eigentlich frisches Obst und Tiramisu eingekauft zum Schlemmen. Wir waren aber so satt und müde vom herum laufen den ganzen Tag – mussten ja dem Christkind helfen und noch Geschenke füreinander besorgen, dass wir weder unsere Nachspeise gegessen haben, noch fort gingen. Wir haben an Weihnachten einfach bald geschlafen - und das tat so richtig gut.

Am nächsten Morgen um 6 Uhr früh haben wir uns einen Wecker gestellt und skypten mit unseren Familien. Bei denen war es gerade 20 Uhr am Vorabend, also Heiligabend. Sehr witzig zu sehen wie alle im Pullover, beim Kachelofen sitzen und selbst sitzt man in T-Shirt und Shorty vor dem Laptop und schwitzt. Danach konnten wir endlich unseren super leckeren Brunch herrichten und essen, den wir selbst eingekauft haben - dabei spielte das Budget einmal keine Rolle. Nach so langer Zeit mit meist trockenem Brot, Brot mit Ketchup, Müsli, Reis und Nudeln, war dies unser Weihnachtswunder :-) Tomaten mit Mozzarella, frisches Brot, Paprika, Avocado, Multivitaminsaft, und und und….

An dem Tag merkte man auch deutlich die

Weihnachtsstimmung. Es wurde bereits zum Frühstück riesig gekocht und aufgetischt. Eine Gruppe hatte einen Lautsprecher in der Küche mit und spielte Weihnachtslieder und jeder wünschte sich frohe Weihnachten. Einen Spaziergang zum Strand mussten wir natürlich auch machen, da Byron Bay berühmt war für die surfenden „Weihnachtsmänner“….leider war aber das Wetter sehr schlecht, es regnete und deshalb sahen wir keine. Trotz alledem hat es sich gelohnt - am Strand waren fröhlich vergnügte Menschen, wenn auch nicht allzu viele. Es wurden Sand-Weihnachtsmänner gebaut und einfach jedem frohe Weihnachten gewünscht.

Am nächsten Tag beschlossen wir zum Leuchtturm, Cape Byron Light zu gehen. Dorthin brauchte man zu Fuß ca. 1 Stunde bei gemütlichem Tempo. Es gibt verschiedene Möglichkeiten ihn zu erreichen, wir entschieden uns für die Straße auf dem Hinweg und für den Beachwalk als Heimweg. Aber auch der Straßenpfad war eigens gebaut mit Holz und nicht einfach nur ein Gehsteig und auf einer Seite war "Dschungel", was das ganze sehr idyllisch machte.

Mitten am Weg fing es jedoch an heftig zu regnen. Aber das hielt uns nicht von unserem Vorhaben ab - wir stellten uns einfach wo unter und warteten bis der Regen weniger wurde und sich schließlich die Sonne wieder zeigte. Beim Leuchtturm wollten wir einfach die Aussicht genießen und Fotos von außen machen, da wir überall im Internet gelesen haben, dass man sowieso nicht rein kann. Aber als wir ankamen, sprach uns gleich ein Guide an, ob wir bei der gratis Tour in den Leuchtturm noch mitgehen wollen, es wären noch genau 2 Plätze frei. Wie wir dann erfuhren, finden diese Touren alle 30 Minuten statt bis ca. 14 Uhr Nachmittag. Sie werden von freiwilligen Helfern, Locals, geführt. Sie dauern ca. eine halbe Stunde und es wird lediglich um eine freiwillige Spende gebeten, um den Leuchtturm instand halten zu können.

Natürlich machten wir mit und waren begeistert. Man bekommt dadurch etwas Hintergrund Wissen, wie der Leuchtturm früher ohne Elektrizität funktionierte. Der Ausblick von ganz oben war Traumhaft schön über Byron Bay, die Buchten und Strände.

Wieder unten angelangt, gingen wir noch in das kleine Museum, wo es alte Lichtmaschinen und Bücher gab. Dort entdeckten wir ein uraltes Buch über Nursing, wo wir natürlich sofort neugierig wurden. Man durfte die Bücher sogar angreifen und durchlesen. Es ist sehr interessant, wie die Pflege früher ablief. Welche Methoden sie z.B zum Lagern hatten, obwohl die ganze Technik noch nicht vorhanden war - wir sind halt im Inneren doch noch Krankenschwestern.

Ein unbedingter Stopp in der Nähe für uns war Nimbin. Das berühmte Hippie Dorf wo, obwohl illegal, eine offene Cannabis Kultur gepflegt wird. Von Byron Bay aus braucht man gerade mal 1 Stunde mit dem Auto und es lohnt sich wirklich. Die süßen kleinen Läden sind beeindruckend, man kann natürlich auch viele Souvenirs und witzigen Kleinkram kaufen und es gibt sogar ein Hippie Museum.

 

 

 

Ein weiterer Pausenstopp war die Big Banana in Coffs Harbour. Ist nicht wahnsinnig spektakulär, aber einmal gesehen muss man sie haben. Eine gute Gelegenheit, um vom Autofahren eine Pause zu machen, ev. etwas zu Essen, den süßen Souvenirshop zu besuchen und ein paar typische Touristenfotos mit der Big Banana zu machen....


So und jetzt an alle Männer: Diesen Absatz einfach überspringen und unten weiter lesen!!!!

 

Denn auch wenn wir uns bereits an vieles gewöhnt haben und während unserer Reise so gut wie gar nicht auf unser Äußeres schauten, da es unwichtig ist als Backpacker, haben wir uns Anfangs noch eingebildet wir brauchen einen Friseur. Also gönnten wir uns nach 2 Monaten unterwegs sein, ausgebleichten und vom Thailand Pool grünlichen Haaren, einen Friseur in Coffs Harbour. Gesucht haben wir ja schon länger, aber die Preise in Australien sind für uns als Backpacker meist unerschwinglich – das reicht von 170 AUSD bis sogar über 200 AUSD!!

Bei diesem hatten wir auch mit der Friseurin ein gutes Gefühl – die Haare vertraut FRAU ja nicht jedem an – und wir zahlten „nur“ 115 und 125 AUSD. Was wir später aber nicht mehr ausgeben wollten, weil es absolut nicht notwendig ist auf Reisen. Somit fingen wir in Neuseeland an uns die Haare selber zu färben. Ist einfach lustig, zu zweit in einem mini kleinem Bad, in einem Hostel. Wir waren dann lediglich noch Spitzen schneiden beim Frisör......vielleicht sind wir auf der nächsten Reise mutig genug uns auch das gegenseitig zu machen, wäre mal eine richtige Freundschaftsprobe ;-)


Männer, ab hier geht’s auch für euch wieder weiter ;-)

 

Mit unserem neuen Look fuhren wir danach weiter bis Port Macquire, wo wir eine Nacht verbrachten. Denn am nächsten Tag machten wir uns gleich in der Früh zum Koala Hospital auf. Eine sehr gute Sache, denn hier werden kranke und verwundete Koalas behandelt, aufgepäppelt und wenn möglich wieder in die freie Natur ausgewildert. Sei es nach Clamydieninfektion in den Augen und dem Urogenitaltrakt – was bei Koalas sehr häufig verbreitet ist – nachdem sie von einem Auto angefahren, bei Waldbränden verwundet oder von anderen Tieren angefallen und verletzt wurden.

Leider ist die Hilfe nicht bei allen erfolgreich. Manche werden immer wieder gefunden mit neuen oder wiederkehrenden Problemen, die zu gravierend sind für die Koalas, um in der Natur zu überleben. Als wir dort waren, hatte das Hospital 7 Koalas, die nicht mehr ausgewildert werden können. Wir haben aber gesehen wie gut es diese dort haben. Die Pfleger sind allesamt Freiwillige, die die Tiere mit Leidenschaft und Herzblut versorgen. Sie versuchen auch den Besuchern das  Bestmögliche zu bieten und erzählen von ihrer Arbeit und machen sogar Fotos von den Koalas für dich, von ganz Nah. Und was uns auch sehr wichtig ist, die Tiere haben sehr viel Platz. Die Koalas, die gerade genesen und wieder ausgewildert werden, konnte man nicht sehen. Sie werden bewusst von den Touristen abgeschirmt, damit sich die Tiere nicht zu sehr an die Menschen gewöhnen, was eine Auswilderung erschweren würde. Das Hospital lebt von den Besuchern und deren freiwilligen Spenden. Sie haben auch einen kleinen Souvenirshop, dessen Einnahmen ebenfalls den Koalas zu Gute kommen.

 

Also Leute, hinfahren, die süßen Koalas sehen, und fleißig Spenden!

Und jetzt heißt es bitte Seite wechseln... Auf nach Sydney und unserem Neujahrsabend :-)

 

Dezember, 2016

The Austrian Girls, Eve & Bibi

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