HAWAII

Nachdem wir abenteuerlustig Neuseeland erkundeten, unsere Kondition verbesserten, uns unserer Angst gestellt und den Swing wagten, ging es weiter nach Hawaii.

Um ehrlich zu sein, als wir Neuseeland verlassen mussten, waren wir etwas niedergeschlagen. Ok, nicht nur etwas - wir waren am Boden zerstört. Immer noch geschwächt von der Grippe, die wir uns eingefangen haben, fühlten wir uns depressiv und verstanden nicht, warum wir uns eingebildet haben Hawaii besuchen zu müssen!

JA, ihr lest richtig – wir wussten es zu diesem Zeitpunkt nicht zu schätzen, was für ein Glück wir eigentlich hatten. Eine Weltreise machen zu dürfen, frei zu sein und nach Hawaii fliegen zu können. Aber das darf ja jedem einmal passieren.

Irgendwann kommt der Zeitpunkt wo man nicht mehr kann als Weltreisende. Da wir so viele Stopps in ziemlich kurzer Zeit hatten waren wir niedergeschmettert von all den Strapazen. Es gibt eben nicht nur schöne Zeiten beim Reisen - und das ist vielen nicht bewusst. Da es nicht gereicht hat, dass wir mental schon ziemlich am Ende waren, hat uns das Wetter auch noch eines draufgemischt - bei unserer Ankunft hat es stark geregnet und kalt war es auch. Mittlerweile wisst ihr sicher schon, dass wir etwas verfroren sind. Jetzt im Nachhinein ist es witzig, wenn wir daran denken wie traurig wir am Strand gesessen, den Tränen nahe und uns gedacht haben: „Warum wir denn jetzt auf Hawaii sind und nicht mehr in Neuseeland?“. Wir saßen am Waikiki Beach und teilten uns einen Tisch mit einer Obdachlosen - unbezahlbar diese Szene aus unserem Leben.

 

Hawaii war mit Abstand eines unserer besten Ziele. Die Natur, die Leute und die Kultur sind einmalig. Man kann Strand- und Wanderurlaub miteinander verbinden. Somit waren wir total positiv überrascht – denn für uns war Hawaii immer so ein typisches „Honeymoon Ziel". Und eines ist klar, Hawaii wird uns bestimmt wieder sehen.

 

Auf Hawaii mieteten wir uns in einer Airbnb Unterkunft ein – etwas außerhalb der Stadt. Leider waren wir mit dieser Unterkunft nicht zufrieden und wechselten gleich am nächsten Tag in eine neue Unterkunft. Das war mitunter eine unserer besten Entscheidungen. Von dort an begann dann unsere Glückssträhne. Der Gastgeber nahm uns zum Schnorcheln mit, zeigte uns versteckte Spots auf Hawaii und lies uns gratis in seiner Wohnung schlafen, während er Urlaub auf Big Island machte um seine Schwester zu besuchen.

Der Deal war, dass wir die Zimmer für die Gäste in Ordnung halten, dafür können wir gratis in seinem Zimmer schlafen. Das nutzten wir natürlich - und verfeinerten somit unsere Gastgebertätigkeiten.

Honolulu ist einfach zu erkunden. Es gibt die Möglichkeit für wenig Geld die öffentlichen Busse zu benutzen, die natürlich von den Abfahrtszeiten so fahren, wie es Ihnen gerade passt. Aber man hat ja Zeit im Urlaub. Auch Uber gibt es auf Hawaii. Die Stadt ist ein perfekter Shoppingspot und bietet ganz nebenbei auch ein nettes Tattoo Studio.. Dort liesen wir uns unser Reisetattoo stechen. Die Mitarbeiter sind sehr kompetent und die Gegebenheiten hygienisch korrekt. Als Krankenschwester ist Hygiene in einem Tattoo Studio ein wichtiger Punkt für uns ;-)

Leider haben wir es versäumt, mit unseren Artisten ein Selfie zu machen – wir waren von dem Adrenalin zu geflasht, um an ein Foto zu denken. 

Noch ein kleiner Einblick zu unseren Sight Seeings...

 

-> Pearl Harbour haben wir uns angesehen. Am ganzen Gelände spürt man die traurige Geschichte und bringt einem zum Nachdenken. Wer auf Hawaii ist, darf unserer Meinung Pearl Harbour nicht verpassen.

 

-> Waikiki Beach - einer der berühmtesten Strände der Welt und hier findet regelmäßig gratis eine Hula Tanz Show statt.

 

-> Ala Moana Beach - auch der ist schön für einen Strandtag - etwas weniger überlaufen als der Waikiki Beach.

 

-> Diamond Head - ein kleiner Hike um die Aussicht auf Honolulu zu genießen.

Da Hawaii aus mehreren Inseln besteht wollten wir natürlich nicht nur auf einer bleiben. Unser netter Gastgeber hat uns die Insel Kauai durch seine Erzählungen sehr schmackhaft gemacht. Nachdem er von einem langen Trail entlang der Klippen und Camping am Beach erzählt hat, hat er uns schon begeistert für die "Garteninsel" wie sie noch genannt wird.

Wir hatten 14 Tage für Hawaii eingeplant und konnten Honolulu und Kauai in dieser Zeit stressfrei bereisen.

 

Kauai ist eine süße, familiäre Insel und ist für die traumhafte Klippenkulisse an der Na Pali Coast berühmt. Bei unserer Ankunft fuhren wir zu unserem Ersten Stopp nach Hanalei mit dem Öffentlichen Bus – und wurden gleich in die Gespräche mit dem Busfahrer und der Gäste mit eingebunden. Ein Hippie, der im Bus saß, gab uns Käse und Tabak für seinen Freund mit, der in der Nähe des Kalalau Trails (diese Wanderung stand auf unserer To Do List auf Kauai) wohnt, weil er selbst aus gesundheitlichen Gründen gerade nicht zurück kann. Ihr seht schon, wir haben echt witzige Sachen erlebt.

 

Auf Kauai ist der berühmte 18 km lange Kalalau Trail. Dabei geht man an Klippen einen wirklich schmalen Pfad entlang, welcher einer der schönsten Aussichten bietet und auch schon in Hollywood Filmen zu sehen war. Flussüberquerungen finden bei diesem Trail ebenfalls statt – darum sollte das Wetter halbwegs trocken sein, weil es auch immer wieder zu Überflutungen kommen kann und der Trail bei schlechten Witterungen gesperrt wird. Wie ihr merkt, ist diese Wanderung mitunter auch ganz schön gefährlich.

Wir haben diesen Trail etwas unterschätzt - unsere Kondition war doch nicht so gut, wie wir uns dachten und haben somit nur die Hälfte der Strecke geschafft. Vor allem Birgit hatte bei dieser Wanderung mit ihren Kräften zu kämpfen. Unterwegs schwindete auch unser Wasservorrat auf Null. Bei tropischer Hitze ohne Wasser mitten im Dschungel zu sein ist schon eine dramatische Situation. Zum Glück haben uns andere Camper mit Wasser ausgeholfen bzw. hatten die Tabletten zum entkeimen von natürlichem Wasser dabei. Diese Tabletten fehlen seitdem nie wider in unserem Backpacker Reservoir. Jedenfalls wird uns der Kalalau Trail bestimmt noch einmal sehen - dann sind wir aber hoffentlich bestens vorbereitet. 

 

Auf Kauai sind wir auch das erste Mal per Anhalter gefahren. Ja, liebe Eltern, das haben wir wirklich gemacht. Zu unserer Verteidigung - uns wurde gesagt, dass dies sicher auf der kleinen Insel Kauai ist ;-)

Uns ist jedenfalls wirklich nichts passiert und wir haben ein tolles Pärchen aus Amerika (NYC) kennengelernt. Diese haben uns bei sich im Hotel schlafen lassen und uns zum Sightseeing mitgenommen. Wir sind heute noch dankbar, dass sie uns mitgenommen und ihre Flitterwochen mit uns verbracht haben. An diesem Tag sind wir nämlich ganz durchnässt vom Kalalau Trail in Hanalei gestanden und hatten keine Unterkunft und kein Transportmittel zur Verfügung. Nach einigen Autos die vorbeifuhren, kam eine blonde Frau mit den Worten: "I don't want to kill you" zu uns und bat uns ihre Hilfe an. Es gibt also wirklich noch gute Leute auf dieser Erde. 

The Austrian Girls, Eve & Bibi

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