Laos

Unsere Anreise:

 

Wir sind mit dem Bus nach Laos eingereist – auch wenn sich das Prozedere etwas kompliziert anhört, war es eigentlich ganz einfach. Und wenn WIR das sagen, heißt das schon was J

Unser Bus ging von Chiang Rai (Thailand) nach Laos. Die Tickets kauften wir bei der New Bus Station (Bus Terminal II) bei einem Ticketschalter in der Stadt – man kann, wie immer, diese Tickets auch bei den bekannten Touristeninformationscentern kaufen oder in den Unterkünften – ist dann natürlich ein Komplettpreis und somit teurer. Der Vorteil jedoch – man muss sich um nichts mehr kümmern. Das selbst gekaufte Busticket kostete uns 220 THB/Person.

 

Wir fuhren in einem klimatisierten Bus bis zur Grenze von Thailand – da muss man dann seine Ausreisekarte und seinen Pass herzeigen – um den Ausreisestempel von Thailand zu erhalten. Dafür lässt einen der Busfahrer aussteigen und wartet hinter der Grenze auf einen. Danach geht es im Bus weiter über die Freundschaftsbrücke Richtung Laos (verbindet Nordthailand und Laos) – da beginnt dann die Einreise.

 

Man zeigt seinen Pass erneut her inkl. Einreisezettel (bekommt man vor der Fahrt vom Busfahrer) und einem

Passfoto. Die Zollbeamten behalten sich den Pass kurz und zeigen einem wo man sich als nächstes anstellen muss – nämlich am Schalter nebenan zum Bezahlen des Visums – für Österreicher 36 USD. Auch dafür lässt einen der Busfahrer aussteigen und wartet wieder bis alle eingestiegen sind. Und keine Sorge – der Busfahrer zählt sogar jedes Mal durch, ob alle wieder eingestiegen sind. Da fühlt man sich gleich sicher aufgehoben. Man hat auch die Möglichkeit beim Visa Antrag Geld wechseln zu lassen (Laotische KIP) und auch ein ATM ist vor Ort vorhanden – jedoch war der ATM bei unserem Glück defekt und somit standen wir „fast“ mittellos vor der Wechselstube. Da wir jedoch schlaue Füchse sind und uns ein paar Reservedollar in den Rucksäcken versteckten, hatten wir zumindest genug zum Wechseln um für den Anfang in Laos durchzukommen. Und damit ihr es gleich wisst, falls ihr in derselben Situation sein solltet – in Huay Xai (Stadt nach der Grenze) gibt es genug ATM’s.

 

Nach der laotischen Grenze hält der Bus schließlich an – das ist dann die Endstation der Fahrt. Die ganze Fahrt dauerte ~ 2,5 Stunden. Aber keine Panik, denn danach warten schon wieder Sammel Tuk Tuk’s die einen in die Stadt Huay Xai bringen. Wir sind ja nicht gerade über die Tuk Tuk’s begeistert, aber in diesem Fall bleibt einem nichts anderes übrig als diese zu nehmen. Die Fahrer laden das Gepäck auf das Dach und wenn das Tuk Tuk voll ist, geht es auch schon Richtung Stadt los für 60 THB/Person.


Huay Xai liegt am Fluss Mekong und ist relativ klein – aber da das Slow Boat mit dem man weiter nach Luang Prabang gelangt erst am nächsten Tag um 11:30 Uhr los startet, bleibt den meisten keine andere Wahl als dort eine Nacht zu verbringen. Wir fanden problemlos eine nette Unterkunft und schauten uns einfach ein wenig dieses kleine Städtchen an.

Auch wenn Huay Xai bescheiden von der Größe her ist – hat uns diese Stadt sofort von Laos begeistert – es ist noch so unberührt und wunderschön grün überall dort. Da wir im Norden Thailands relativ viel in Städten unterwegs waren, war das dann ein perfekter Ausgleich für uns. Die Slow Boat Tickets konnten wir am nächsten Morgen ab 8 Uhr direkt beim Hafen kaufen, da am Nachmittag der Schalter schon geschlossen war.

Umso früher ihr euch die Tickets holt, umso bessere Plätze bekommt ihr, da die Plätze von vorne nach hinten belegt werden und hinten befindet sich der Motor, wo es relativ laut ist. Jedoch solltet ihr am nächsten Tag bald da sein, um das Boot zu besteigen – da nur eine begrenzte Anzahl von Gepäck im Boot selbst verstaut werden kann (wenn es voll besetzt ist) und ihr sonst mit eurem Hab und Gut unbequem die lange Fahrt von 7 Stunden verbringen müsst. Zudem werden gegen Ende die Platzreservierungen nicht mehr ernst genommen und dann heißt es „Seatnumber doesn’t matter – all SAME SAME“.

 

Die Fahrt an sich ist wunderschön am Mekong - einfach ein Traum. Im Gegensatz zu einer langweiligen Busfahrt, vergeht die Zeit auf einem Boot wesentlich schneller – man hat auch mehr Platz und Bewegungsfreiheit. Am Boot selbst kann man Snacks und Getränke kaufen – und am Weg zum Pier werden Sandwiches angeboten für die lange Fahrt (auch für Vegetarier) – was tut man denn sonst außer essen, Fotos machen und schlafen? J Und wer kann schon behaupten einmal am Mekong gefahren zu sein? Wir können das ab jetzt.


In Pak Beng angelangt (das Slow Boat macht hier einen Stopp) ist es einfach sich eine Unterkunft zu suchen – je näher man seine Unterkunft bei der Anlegestelle sucht, desto teurer ist diese (~ 110.000 KIP). Es werden einem im Boot auch Unterkünfte angeboten oder man geht selbst die Straße entlang und sucht sich eine – am Ende der Straße (nach ca. 5-10 Min. Fußweg) kostet die Unterkunft nur noch ~ 50.000 KIP/Zimmer. Aber diese Unterkunft ist wirklich sehr einfach gehalten - sprich ideal für Backpacker, wobei wir hier schon an unsere Grenzen gestoßen sind. Das Badezimmer war, auch wenn wir vor der Reise und natürlich von Thailand schon von den niedrigeren Standards Bescheid wussten, eine Herausforderung für uns – auf die Dusche wurde verzichtet und es mussten die Erfrischungstücher her. Im Zimmer selbst hatten wir tierischen Besuch – wir wussten nicht, ob die Mäuse in unserem Zimmer oder wir in ihrem Revier eingebrochen sind. Also „schliefen“ wir mit unseren Rucksäcken zu zweit in einem Bett – „eine sehr gemütliche, intime Nacht also“. Auch der Schlafsack kam in dieser Unterkunft zum Einsatz.

Pak Beng ist ein sehr kleiner Ort – wenn man bald genug ankommt, kann man sich den Aussichtspunkt am Hügel ansehen, ca. ~ 2 km entfernt. Wir versuchten diesen bei Dämmerung noch zu erreichen, machten jedoch aufgrund der schnellen Finsternis vor einem anfangenden Dschungelabschnitt kehrt. Auch eine süße Bar gibt es in Pak Beng – die Happy Bar. Da bekommt jeder Gast gleich zu Beginn einen Whisky Shot und man kann sich sogar die Musik selbst aussuchen am Laptop der Angestellten - zumindest war das in unserem Fall so.


Nach einer sehr schlafreduzierten Nacht ging es dann um 9 Uhr weiter nach Luang Prabang. Den Schlaf kann man ja bei der 6 stündigen Bootsfahrt nachholen. Kleiner Tipp am Rande – packt euch warme Sachen für die

Bootsfahrt ein – der Fahrtwind ist sehr kalt – vor allem wenn man in der Schattenseite sitzt - so wie wir natürlich.

 

In Luang Prabang angelangt, warten wieder Sammel Tuk Tuk’s an der Anlegestelle – für 20.000 KIP/Person geht es in die City. Wie immer waren wir wieder rechtzeitig zum Aufbau des Nachtmarktes da und holten uns gleich etwas zu essen. In Luang Prabang gibt es an manchen Ständen ein vegetarisches Buffet um 15.000 KIP/Teller und da kann man sich aussuchen was einen anspricht und soviel an Essen aufladen wie Platz im Magen und eben am Teller hat. In Luang Prabang verbrachten wir 2 Nächte – wir haben uns den Wasserfall (Kuang Si) angesehen und sind zum Wat Phousi auf einem Hügel gegangen (bei Sonnenuntergang natürlich – brauchten es etwas romantisch). Den Wasserfall kann man übrigens auch erklimmen – am Ende erwartet einen eine kleine Höhle mit Buddhas drinnen. Nehmt euch gutes Schuhwerk mit, denn der Weg nach oben ist etwas beschwerlich – und wir hatten Flip Flop’s an – typisch.

 

Um die Abende ausklingen zu lassen gingen wir einmal ins Utopia – eine bekannte Bar in Luang Prabang mit einer wundervollen Aussicht und chilliger Atmosphäre – Kerzenlicht und bequeme Matten sind dort zum Liegen – die Plätze werden einem zugewiesen. Da hielten wir nach der langen Anreise gleich Mal einen kleinen Nap. Im inneren der Bar kann man auch etwas tanzen – wir blieben bis zum Schluss. Mit den Laotischen Cocktails kommt man schnell in Stimmung zum Feiern. Und der Schluss war dann um 23 Uhr – ja, ihr lest richtig, die Bars schließen relativ zeitig in Laos J Ein anderes Mal gingen wir in eine Cocktail Bar nähe Utopia (Lao Lao Garden) – auch da bekommt man zum Einstimmen gleich mal einen Shot – einen Lao Lao Shot. Laos ist einfach sehr freundlich zu den Gästen.


Nach Luang Prabang folgte in einer erneuten Busfahrt die Kleinstadt Vang Vieng (Bustickets kauften wir wieder am Busterminal für 85.000 KIP/Person – billiger als wenn man sie im Ort in einem Reisebüro kaufen würde). Die Busfahrt dorthin dauerte ca. 6 Stunden – sehr holprige 6 Stunden. Um es nicht zu untertreiben, man wird die 6 Stunden von oben bis unten durchgerüttelt – witzige Fahrt.

In Vang Vieng schauten wir uns die Blue Lagoon an – und um ehrlich zu sein, auch wenn wir es vorher schon wussten durch diverse Blogs, war diese Sehenswürdigkeit vom Tourismus sehr überlaufen und so blieben wir nicht lange dort. In der Nähe unserer Unterkunft (Chillao Youth Hostel) schauten wir nach diesem Tag zur Smile Beach Bar – die war einfach der Traum. Dort gibt es Hängematten und Chill Lounges – dazu kann man Snacks essen und Cocktails genießen (ist auch sehr billig dort). Bei dieser Location gefiel es uns besser als bei der Blue Lagoon – und noch ein anderer Pluspunkt, man muss dafür keinen Eintritt bezahlen. Zur Smile Beach Bar gelangt man über eine kleine Bambusbrücke und kann den Sonnenuntergang am Fluss genießen – abends wird auch ein Lagerfeuer entfacht.

 

Da wir zufällig an einem Wochenende nach Vang Vieng angereist sind, fand zu dieser Zeit auch die berüchtigte Jungle Party statt – natürlich stand diese auf unserem Programm. Am Abend fahren einem die Tuk Tuk’s gratis zu dieser Location hin und zurück in die City zahlt man dann 10.000 KIP/Person. Leider stellte sich die Party als Reinfall für uns dar – um es genauer auszudrücken, die Party war einfach nicht unser Geschmack – kann ja sein, dass sie dir gefällt J

In Vang Vieng besuchten wir auch zum Ersten Mal ein Krankenhaus auf unserer Reise. Eine von uns zwei (wir können’s ja sagen - ich, Eva) ist mit den Rucksäcken beladen am Straßenrand gestürzt und hat sich dabei das ganze Knie aufgeschlagen. Da es in Laos sehr dreckig ist – dachten wir uns, ist es sicherer die Wunde im Krankenhaus gut säubern zu lassen und da unsere Zimmernachbarn ebenfalls am Weg ins Krankenhaus waren, teilten wir uns die Tuk Tuk Kosten.. Beim Krankenhaus angekommen, geht man durch das Tor „Emergency Section“, sagt was man hat und darf sich auch gleich in den Raum mit 2 anderen Patienten legen die gerade versorgt werden. Nachdem die Krankenschwester oder Ärztin (wir wissen bis heute nicht, welche Position sie hatte) ihren Fleischspieß fertig gegessen hatte – packte sie Tupfer auf das Tischchen vom Nebenpatienten und reinigte die Wunde mit Betaisodona. Auch eine Antibiotikum Einnahme wurde von ihr verordnet – egal welches hieß es, Hauptsache ein Antibiotikum. Betaisodona ist in Südostasien das Mittel der Wahl zum Desinfizieren – kriegt man auch fast überall zu kaufen. Somit haben wir, als ehemalige Krankenschwestern, ein Krankenhaus von innen gesehen – und während der Behandlung kann man sich auch gut mit den Nebenpatienten unterhalten und besprechen, warum diese so in der Notaufnahme liegen.

 

 


Unser letzter Stopp in Loas war Vientiane. Ebenfalls eine kleine Stadt. Hier schauten wir uns den Buddha Park an – ja, er ist klein und manche schreiben sie waren darüber enttäuscht, weil sie sich mehr erwartet

haben. Wir fanden ihn genial – es sind schöne Skulpturen auf einem beschaulichen Areal verteilt und man kann auch in einen Buddhakopf hineingehen und das Innere erforschen – dabei geht es abwärts und aufwärts über kleine Stufen – ganz oben angelangt hat man einen Ausblick über den ganzen Park.

Dieser Ausflug nimmt ca. einen halben Tag in Anspruch.

 

Laos ist ein wunderschönes Land mit netten Einheimischen (auch wenn sie kaum Englisch sprechen, versuchen sie einem immer zu helfen). Wir können es jedem empfehlen, dieses Land einmal zu erkunden. Schon die kleine

Stadt Huay Xai, am Anfang der Reise, hat uns mit dem Mekong in seinen Bann gerissen.

 

November, 2016

The Austrian Girls, Eve & Bibi

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